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 Reiseführer Vrlika

Vrlika, Ortschaft in der Landschaft Cetinska krajina, liegt unweit des Peruca-Sees, 40 km nordwestlich von Sinj auf einer Höhe von 444 m ü.d.M. Oberhalb von Vrlika liegt die Burgruine Prozor mit Resten des Palas, eines Wasserspeichers und einer Kapelle. Erbaut wurde sie zu Beginn des 15. Jh. von Hrvoje Vukcic-Hrvatinic, wahrscheinlich zum Schutze des alten Vrlika (Vrhrika), heute der Ort Cetina an der Quelle des gleichnamigen Flusses. Die Bewohner dieser Ortschaft ließen sich in der 2. Hälfte des 15. Jh. im heutigen Vrlika nieder. Bei Zdus fand man einen großen Friedhof aus frühkroatischer Zeit (7.-9. Jh.).

Vrlika liegt in der Nähe der Cetina-Quelle und ist bekannt für die Qualität der Quellen (der kaiserliche Hof in Wien wurde mit Quellwasser aus Vrlika beliefert), das gesunde Klima und die ozonhaltige Gebirgsluft. Vrlika besitzt eine reiche Folklore: berühmt ist der Volksreigen Vrlicko kolo, der ohne Musikbegleitung getanzt wird. Bekannt sind auch die Handarbeiten dieses Raums: Volkstrachten, Teppiche, Kappen, Taschen. Die Folklore und die Volkslieder von Vrlika inspirierten den kroatischen Komponisten Jakov Gotovac zu seiner Oper Ero s onoga svijeta (Ero, der Schelm). Traditionsgemäß findet am 26. und 27. Juli das Volksfest “Vrlicki dernek” statt. Äußerst reizvoll ist auch die Umgebung des Orts, insbesondere die Cetina-Quelle mit der bekannten Erlöserkirche.

Cetina, Ortschaft an der Quelle des gleichnamigen Flusses, liegt 8 km nordwestlich von Vrlika. Sehenswert ist die Ruine der Erlöserkirche, eines der ältesten und besterhaltenen Denkmäler frühkroatischer sakraler Baukunst: ein einschiffiger Bau mit dreikonchigem Altarraum und einem massiven Glockenturm an der Stirnseite (9. Jh.). Später wurde die mittlere Apsis abgerissen und durch eine größere, polygonale ersetzt. Die Reste der Kirche und des Glockenturms wurden konserviert. Bei der Erschließung des Bauwerks entdeckte man mehrere architektonische Fragmente und Teile steinernen Kircheninventars mit Flechtwerkornamentik. Das bedeutendste Fragment stammt von einer Brüstung und trägt eine in Halbunzialen verfasste Inschrift, die besagt, dass die Kirche Christus geweiht ist und von Gespan Gastika, dem Sohn Nemiras, erbaut wurde. Die Kirche umgibt ein großer Friedhof mit über 1100 Gräbern (einige wurden in der Kirche selbst entdeckt), erhalten sind über 800 Grabstelen.

Koljane, Ortschaft am Peruca-See, liegt 15 km östlich von Vrlika. Bei Crkvina liegen Reste einer altkroatischen Kirche aus dem 9. Jh.. Die mit Flechtwerk verzierte Tafel der Chorschranke ist eines der besterhaltenen und schönsten frühmittelalterlichen Denkmäler in Kroatien. Die Kirche ist von zahlreichen Gräbern umgeben, aus denen Beigaben wie Ohrringe (9.-12. Jh.) und karolingische Schwerter und Sporen (9. Jh.) geborgen wurden. Zu sehen ist auch ein orthodoxes Kloster mit Kirche aus dem 18. Jh. Im Kloster werden alte Handschriften überwiegend aus dem 16. Jh. aufbewahrt. Als am Oberlauf der Cetina der Peruca-Stausee angelegt wurde, verlegte man das Kloster auf die Hochebene oberhalb des Sees. Das einstige Dorf wurde überflutet.
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